Wagner


Richard Wagner
Richard Wagner wurde geboren am 22.05.1813 in Leipzig und verstarb am 13. Februar 1883 in Venedig.

"Königsfreundschaft"


Schon in frühester Kindheit wurde die Phantasie König Ludwigs durch die Wandmalereien im Schloß Hohenschwangau stark angeregt. Die Abbildungen deutscher Heldensagen, darunter auch die des Schwanenritters Lohengrin, faszinierten den jungen Ludwig auf Höchste, der Schwan aus Lohengrin wurde als Zeichen der Reinheit sein Lieblingstier.

Als am 28. Februar 1858 die Erstaufführung des Lohengrins, komponiert von Richard Wagner, stattfand, wurde dem Kronprinzen jedoch der Besuch vom Vater Maximilian II. untersagt.
Erst drei Jahre später durfte Ludwig am 02. Februar 1861 mit seiner Erzieherin Sybille Meilhaus die Wiederaufführung im Hoftheater zu München erleben.

Kurz nach seinem Regierungsantritt ließ der junge König 1864  den genialen Komponisten nach München an den Hof holen. Der Komponist war zutiefst vom bayerischen König und dessen hochaufragender Gestalt gerührt und sah sich endlich aus seiner misslichen Finanzlage befreit.

Und tatsächlich erhielt Wagner von da an die volle Unterstützung seines Mäzens, besonders auf finanzieller Ebene, was den Münchnern und auch den Regierungsmitgliedern mit der Zeit aufs Höchste missfiel. Denn ob der Großzügigkeit des Königs verlangte Wagner immer größere Geldsummen, sein Lebensstil wurde immer verschwenderischer. Es sollte sogar in München ein Festspielhaus für den "göttlichen Freund" gebaut werden. Schon bald wurde er in München "Lolus" genannt, in Anlehnung an Lola Montez, die als Geliebte König Ludwigs I. maßgeblich zu dessen Abdankung beitrug.
Als sich das Kabinett schließlich gegen die hohen Zahlungen an Wagner stellte, begab sich der Komponist auf die politische Ebene. Ludwig müsse diese "Brut beseitigen", er verfasste sogar anonyme Briefe, die die Absetzung von "Pfi" (Pfistermeister) und "Pfo" (von der Pfordten) und der Regierung zum Inhalt hatten.

Der König war hin- und hergerissen, er dachte gar an Abdankung, damit er seinem "Meister" weiterhin die Treue halten könne.
Doch das Kabinett war stärker, es gelang ihnen, dass Ludwig seinen geliebten Freund aus München verwies.

Am 10. Dezember 1865 verließ Richard Wagner München in Richtung Schweiz, wo eine Villa in Tribschen bei Luzern sein Exil wurde. Und obwohl sich ab da das Verhältnis zwischen dem Gönner und seinem Komponisten etwas abkühlte, erhielt Wagner weiterhin ein Jahresgehalt in Höhe von 8000 Gulden und finanzielle Unterstützung. Auch besuchte der König den Komponisten des öfteren und es gab zahlreiche Treffen der beiden in Ludwigs Schlössern und Bergresidenzen.

Am 22. Mai 1872, Wagners Geburtstag, wurde in Bayreuth, "weit weg von München", der Grundstein zum Festspielhaus gelegt, zudem der König ebenfalls eine gewisse Summe beisteuerte.

War Richard Wagner zu Ludwigs Zeiten in der bayerischen und vor allem in der Münchner Bevölkerung sehr umstritten, so gilt er heute unter Musikkennern und Liebhabern der Künste als bespielloses Genie seiner Zunft. Wo seine Werke damals von den Mitgliedern des königlichen Kabinetts als "Grauensmusik" bezeichnet wurde, die wahnsinnig mache, so pilgern heute Tausende zu den alljährlichen Wagner-Festspieltagen nach Bayreuth.



Quelle Wikipedia